Additive Manufacturing of Metallic and Ceramic Components

Use of Material Extrusion, Especially the Use of Filaments for Sintering Processes

JournalIndustrie 4.0 Management
Issue Volume 36, 2020, Edition 4, Pages 20-24
Open Accesshttps://doi.org/10.30844/I40M_20-4_S20-24
Bibliography Share Cite Download

Abstract

The filament printing presented here can be used to produce metallic and ceramic components with complex shapes. Filaments in various highly filled polymers are available for the process. By means of the Shaping-Debinding-Sintering process the green bodies are converted into metallic/ceramic components. As with the PIM process, the filament printing can be used to produce near-net-shape parts, whereby the sintered bodies have a linear shrinkage of 15-20 % compared to the green bodies. In order to produce parts of very high quality, the printing process must be controlled accordingly.

Keywords

Article

Die Entwicklung und der Einsatz additiver Verfahren zur Herstellung metallischer Komponenten erfolgte in den letzten zehn Jahren meist auf Basis des pulverbettbasierten Schmelzens mittels Laser oder Elektronenstrahlen. Diese haben mehrere Nachteile, so sind die Anforderungen und der Preis des Pulvers und auch der Anlagen durch den Einsatz von leistungsstarken Lasern bzw. der für Elektronenstrahlanwendungen notwendigen Vakuumtechnik sehr hoch. Zudem weisen die hergestellten Teile ein Schweißgefüge auf, wodurch meist eine zusätzliche Wärmebehandlung notwendig wird. Beim Einsatz dieser Verfahren im industriellen Umfeld müssen durch das Hantieren mit Pulvern entsprechende arbeitssicherheitstechnische Vorkehrungen getroffen werden.

Zur Vermeidung der genannten Nachteile stellt die Materialextrusion, auch bekannt unter Fused Depositioning Modeling (FDMTM) oder Fused Filament Fabrication (FFF), zur Herstellung von Grünteilen, die erst durch die nachfolgenden Prozessschritte Entbindern und Sintern zu rein metallischen bzw. keramischen Bauteilen werden, eine wirtschaftliche Alternative dar [1]. Diese Produktionstechnologie wird auch als SDS-Prozesskette (Shaping-Debinding-Sintering) bezeichnet [2] und wurde erstmals als FDMet in den 1990ern eingeführt [3, 4].

Shaping-Debinding-Sintering
Bild 1: Shaping-Debinding-Sintering.

Da das Entwickeln entsprechender Bindersysteme für Metallpulver ein schwieriges Unterfangen darstellt und die Materialextrusion durch Patente geschützt war [5-7], geriet die Materialextrusion für Metalle in Vergessenheit. Heutzutage sind 3D-Drucker mit Filamenten sehr weit verbreitet und kostengünstig und sie stehen für die Industrie in verschiedenen Ausführungen zur Verfügung; aufgrund des niedrigen Preises und mit kleinen Baugrößen auch für den privaten Gebrauch. Auf dieser Basis entstand neues Interesse an der Produktion von Metall- und Keramikteilen mittels Materialextrusion.

Anlagenaufbau und Druckprozess

Der Filamentdruck gehört zu der Technologie der Materialextrusion der additiven Fertigung.

In der Düse wird das Material aufgeschmolzen und durch die Kraft, welche der Fördermechanismus aufbringt, aus der Düse gefördert [8]. Wenn eine Schicht abgeschlossen wurde, wird die Plattform um eine Schichtdicke nach unten – alternativ der Kopf um eine Schichtdicke nach oben – gefahren und die nächste Schicht kann produziert werden. Beim Ablegen der Schmelze verschweißt sie mit den schon abgelegten Strängen und bildet ein möglichst homogenes Bauteil. Da die Bauraumtemperatur unter der Schmelztemperatur liegt, erstarrt der abgelegte Strang und verfestigt sich dadurch und bildet durch den schichtweisen Aufbau eine dreidimensionale Struktur [9]. Falls nötig werden Stützstrukturen aus einem anderen Werkstoff mitverarbeitet, die nach dem Druckprozess direkt oder während des Entbinderns entfernt werden können. Dieses Verfahren ermöglicht die Produktion komplex geformter Bauteile ohne Werkzeug.

Je nach den Werkstoffeigenschaften (Sprödigkeit, Elastizität, …) können unterschiedliche Extrusionsköpfe gewählt werden, wobei die Fördermechanismen wie folgt eingeteilt werden [10].

Es gibt unterschiedliche Bauarten von den Anlagen, wobei die kartesischen Bauformen in der Überzahl sind. Dabei bewegt sich die Düse meist parallel zur Bauplattform (x-, y-Richtung) und das Material kann selektiv entlang computergenerierter Pfade abgelegt werden.

Beim Filamentdruck stehen zwei unterschiedliche Varianten zur Verfügung: die erste und häufiger genutzte hat den Fördermechanismus direkt an der Düse, während die zweite den Mechanismus unbeweglich hat und das Filament durch einen Schlauch zur beweglichen Düse gefördert wird, dadurch sind aber sprödere Materialien kaum zu verarbeiten.

Für die Programmierung gibt es unterschiedliche Softwarehersteller und es können verschiedenste Prozessparameter eingestellt werden, welche einerseits den Zeitbedarf, die Genauigkeit und die Festigkeit beeinflussen können. Die wichtigsten Parameter sind die Temperaturen der Düse, der Bauplattform und des Bauraums. Die Schichtdicke bestimmt einerseits die Auflösung in die z-Richtung, aber auch die Produktionszeit. Die Geschwindigkeiten müssen immer auf das Material angepasst werden, da das komplexe Zusammenspiel vom Aufschmelzen und Ablegen stark davon beeinflusst wird.

Besonders bei der Produktion mit Feedstocks stellen die Materialien eine große Herausforderung dar, da die hohen Füllgrade den Kunststoff spröde machen, dadurch sind nur kleine Biegungen der Filamente möglich und die erhöhte Viskosität [11] verlangt eine stärkere Kraft des Filaments in der Düse, damit das Material extrudiert werden kann.

Extrusionsbasierte Verfahren mit unterschiedlichen Förderprinzipien
Bild 2: Extrusionsbasierte Verfahren mit unterschiedlichen Förderprinzipien.

Daher muss es eine gewisse Festigkeit aufweisen.

Während der Verarbeitung des Materials darf es zu keinen Entmischungen kommen und die Schmelze muss homogen auf das Bauteil aufgebracht werden, da jeder Fehler der in diesem Schritt erfolgt in den weiteren Bearbeitungsschritten, wie dem Entbindern und Sintern, nicht mehr beseitigt werden kann. Weiter ist zu beachten, dass beim SDS-Prozess das Bauteil beim Sintern um ca. 15 % schwindet.

Werkstoffe und Filamente

Die für die Materialextrusion eingesetzten Werkstoffe, hochgefüllte Kunststoffe, sind den beim Pulverspritzguss eingesetzten Materialien, den sogenannten Feedstocks, ähnlich [12]. Das Bindersystem besteht dabei aus mehreren Komponenten und sollte für kompakt zu sinternde Bauteile zwischen 45 vol. % und 65 vol. % Pulver enthalten. Der Pulvergehalt sollte für eine optimale Sinterung möglichst hoch sein, hängt aber zusätzlich vom Formgebungsprozess und der Korngröße des Pulvers ab. Ein Vorteil der Materialextrusion gegenüber den pulverbettbasierten Verfahren ist es, dass am Markt erhältliche Pulver verwendet werden können, wie sie auch für den Pulverspritzguss verfügbar sind. Damit steht für die Materialextrusion eine breite Materialbasis zur Verfügung.

Für die Feedstockentwicklung werden Kneter verwendet, die kleine Mischvolumina ermöglichen. Für größere Mengen werden Feedstocks für Filamente auf Doppelschneckenextrudern hergestellt. In unserem Fall steht dafür eine Anlage der Fa. Leistritz Extrusionstechnik GmbH zur Verfügung. Für die Herstellung von Filamenten verwenden wir einen Einschneckenlaborextruder der Fa. Dr. Collin GmbH. Der Düsendurchmesser der Filamente beträgt üblicherweise 1,75 mm. Nach der Düse wird das Filament auf einem Förderband abgelegt, mittels Laser vermessen und danach auf die Spule für den Filamentdrucker aufgewickelt. Die Konstanz des Durchmessers und die Ovalität des Filaments sind für einen hochqualitativen Druckvorgang von entscheidender Bedeutung, da die Anlagen über die Länge des Filaments gesteuert werden.

Anlage der Materialextrusion
Bild 3: Anlage der Materialextrusion.

Entbindern und Sintern

Je nach Zusammensetzung des Bindersystems stehen verschiedene Arten des Entbinderns zur Verfügung. Der Binder kann entweder einstufig durch thermische Zersetzung oder in zwei Stufen entfernt werden. Beim zweistufigen Verfahren kann die erste Stufe durch das Auflösen eines Teils des Binders mit Lösemitteln – organische Lösemittel oder Wasser – oder durch chemische Zersetzung katalytisch erfolgen. Die zweite Stufe beruht immer auf thermischer Zersetzung. Die zweistufige Vorgehensweise erlaubt einen wesentlich kürzeren thermischen Entbinderungsschritt.

Wir setzen üblicherweise Filamente ein, welche mit organischen Lösungsmitteln, wie beispielsweise Cyclohexan oder n-Heptan, entbindert werden können. Das organische Lösungsmittel diffundiert von außen in das Bauteil und löst nach und nach die löslichen Binderkomponenten aus dem Grünkörper, wobei das Konzentrationsgefälle der Binderkonzentration im Lösungsmittel die treibende Kraft darstellt. Dieser Prozess lässt sich durch Erhöhung der Entbinderungstemperatur deutlich beschleunigen. Zurück bleibt nach einiger Zeit ein offenporiges Gerüst, bestehend aus den Metallpartikeln, die punktuell durch das Gerüstpolymer, auch Backbone genannt, verbunden sind. Dies verleiht dem entstandenen Braunkörper für die weiteren Prozessschritte eine ausreichende Stabilität.

Filamentspulen, unten Metall- und oben Keramikpulver gefüllte Feedstocks
Bild 4: Filamentspulen, unten Metall- und oben Keramikpulver gefüllte Feedstocks.

Die Braunkörper werden anschließend auf keramischen Sinterunterlagen platziert und thermisch entbindert und gesintert. Hierzu dienen Hoch-temperaturöfen, die es ermöglichen unter definiertem Druck (Vakuum bis hin zu Normaldruck), definierter Atmosphäre (O2, H2, N2, Ar) und exakt gesteuertem Temperaturverlauf thermisch zu entbindern und zu sintern.

Aus dem zunächst offenporigen Braunkörper entsteht so ein metallischer oder keramischer Körper, der bis nahe zur vollständigen Dichte gesintert werden kann. Die treibende Kraft beim Sintervorgang ist die Oberflächenenergie der eingesetzten Pulverpartikel, die durch den Sinterprozess drastisch reduziert wird. Beim Sintervorgang nähern sich die Pulverpartikel deutlich einander an und es kommt zum sogenannten Sinterschrumpf. Das Sinterteil schrumpft meistens gleichmäßig in allen Raumrichtungen, wobei der lineare Sinterschrumpf oft im Bereich von 15-20 % liegt.

Erzielbare Bauteile

Sinterteile, die aus der Materialextrusion resultieren, verfügen über ein ähnliches Gefüge wie PIM-Sinterkörper, weisen jedoch eine etwas größere Restporosität auf [12]. Um die Oberflächenqualität der gedruckten Bauteile zu verbessern, können verschiedene Nachbearbeitungsverfahren schon im Grünzustand (nach dem Druck, aber noch vor dem Entbindern und Sintern) eingesetzt werden [13]. Mittels Laserglätten können bei Wahl der richtigen Parameter, die für dieses additive Verfahren typischen Drucklinien komplett geglättet werden. Dies führt zu einer sehr gleichmäßigen Oberfläche der Teile, sowohl im Grünzustand als auch nach dem Sintern. Es ist auch denkbar, die Einheit für das Laserglätten direkt im Drucker zu integrieren, um so eine kostengünstige Lösung für die Oberflächenqualität von gedruckten Teilen zu finden.

Grünlinge aus Keramik- und Metallfeedstocks
Bild 5: Grünlinge aus Keramik- und Metallfeedstocks [14].

Am Lehrstuhl für Kunststoffverarbeitung in Leoben wurden bereits unterschiedliche Stahl-, Titan-, Nickel- und Kobaltbasislegierungen, NdFeB und auch Keramiken wie z. B. ZrO2, Al2O3 und Strontiumferrit zu Filamenten verarbeitet und verdruckt.

In Bild 5 und 6 sind mittels Materialextrusion hergestellte Komponenten dargestellt. Wie zu erkennen, bleibt die Oberflächenstruktur und die Geometrie des Grünlings im Sinterteil vollständig erhalten. Einerseits ist dies von Vorteil, da dieses Verfahren die Herstellung endformnaher Bauteile ermöglicht, andererseits besteht die Gefahr, dass eventuelle Druckfehler oder unerwünschte Oberflächenrauigkeiten auch im Sinterteil noch vorhanden sind.

Grünteile und gesinterte Zugprüfkörper
Bild 6: Grünteile und gesinterte Zugprüfkörper.

Zusammenfassung

Die hier präsentierte Materialextrusion kann zur Herstellung von metallischen und keramischen Komponenten mit komplexer Form eingesetzt werden. Dabei stehen für das Verfahren momentan Filamente in verschiedenen Materialien zur Verfügung (Metalle und Keramiken). Mithilfe des SDS-Prozesses (Shaping, Debinding, Sintering) werden die aus hochgefüllten Kunststofffilamenten gedruckten Grünkörper in metallische/keramische Komponenten überführt.

Über die Materialextrusion können wie auch beim PIM-Verfahren endkonturnahe Teile hergestellt werden, wobei die Sinterkörper im Vergleich zu den Grünkörpern eine lineare Schwindung von 15-20 % aufweisen. Die Sinterkörper verfügen über ein gleichmäßiges Gefüge mit etwas erhöhter Porosität im Vergleich zu PIM-Bauteilen, wobei die einzelnen Filamente im Querschnitt nicht mehr als solche zu erkennen sind. Um qualitativ sehr gute Teile herzustellen, muss der Druckprozess entsprechend geführt werden.

Dieser Beitrag entstand auf Basis verschiedener Projekte: Repromag (Horizon 2020 GA No. 636881), Ceramfacturing (Horizon 2020 GA No. 678503) und 3D-MultiMat (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft, FFG und BMVIT „Produktion der Zukunft“ 875650).


Bibliography

[1] Nestle, N.; Hermant, M.; Schimdt, K; 2016. Mixture for use in a fused filament fabrication process ( WO002016012486A1).
[2 ] Kukla, C.; Duretek, I.; Schuschnigg, S.; Gonzalez-Gutierrez, J.; Holzer, C.: Properties for PIM Feedstocks Used in Fused Filament Fabrication. In: World PM2016 Proceedings: EPMA, 2016, Hamburg.
[3] Agarwala, M. K.; van Weeren, R.; Bandyopadhyay, A.; Safari, A.; Danforth, S. C.; Priedeman, W. R: Filament Feed Materials for Fused Deposition Processing of Ceramics and Metals. In: Bourell, D. L., Beamen, J. J.; Marcu,s H. L.; Crawford, R. H., Barlow, J. W.; editors. Solid Freeform Fabrication Proceedings 1996, University of Texas at Austin.
[4] Agarwala, M. K.; van Weeren, R.; Bandyopadhyay, A.; Whalen, P. J.; Safari, A.; Danforth, S. C: Fused Deposition of Ceramics and Metals: An Overview. In: Bourell, D. L., Beamen, J. J.; Marcus, H. L.; Crawford, R. H., Barlow, J. W.; editors. Solid Freeform Fabrication Proceedings 1996, University of Texas at Austin.
[5] Danforth, S. C.; Agarwala, M. K.; Bandyopadhyay, A.; Langrana, N.; Jamalabad, V. R.; Safari, A. u. a.: Solid freeform fabrication methods (US5738817). 1998.
[6] Danforth, S. C.; Agarwala, M. K.; Bandyopadhyay, A.; Langrana, N.; Jamalabad, V. R.; Safari, A. u. a.: Solid freeform fabrication methods (US5900207). 1999.
[7] Crump, S.: Apparatus and method for creating three-di- mensional objects (US 5121329 A). 1989.
[8] Gebhardt, A.; Kessler, J.; Thurn, L.: 3D-Drucken. Carl Hanser Verlag, München 2016.
[9] Gibson, I.; Rosen, D.; Stucker, B.: Additive Manufacturing Technologies. 3D Printing, Rapid Prototyping, and Direct Digital Manufacturing, Springer, 2. Auflage, New York 2015.
[10] Valkenaers, H.; Vogeler, F.; Ferraris, E.; Voet, A.; Kruth, J. P.: A Novel Approach to Additive Manufacturing: Screw Extru- sion 3D-Printing. In: Azcarate, S.; Dimov, S.; editors. Proceedings of the 10th International Conference on Multi-Material Micro Manufacture, San Sebastian, Spain, 8-10 October 2013; San Sebastian, Spain 2013.
[11] Gonzalez-Gutierrez, J.; u. a.: Models to Predict the Viscosity of Metal Injection Molding Feedstock Materials as Function of their Formulation, Metals 6 (2016) 6, S. 129.
[12] Gonzalez-Gutierrez, J.; Beulke Stringari, G.; Emri, I.: Powder Injection Molding of Metal and Ceramic Parts. In: Wang, J.; editor; Some Critical Issues for Injection Molding, IntechOpen; Rijeka; 2012; S. 65–86.
[13] Burkhardt, C.; Freigassner, P.; Weber, O.; Imgrund, P.; Hampel, S.: Fused Filament Fabrication (FFF) of 316L Green Parts for the MIM process. World PM2016 Congress and Exhibition, Hamburg, 9.-13. October. EPMA, 1-7. Hamburg 2016.
[14] Holzer, C.: Polymer Processing, 50 years Department of Polymer Engineering and Science. Leoben, Austria 2020.

Your downloads


You might also be interested in

Learning Factories for the Future of Manufacturing in Brazil

Learning Factories for the Future of Manufacturing in Brazil

Advancing manufacturing through technology and skills development
Manufacturing firms in developing countries face challenges in closing productivity gaps while adopting Industry 4.0 technologies. Learning factories are one helpful approach to countering these challenges. One such example is the learning factory Fábrica do Futuroin São Paulo, Brazil, which has engaged students, supported competence development, and collaborated with industry in applied research, functioning as a hub for advanced manufacturing initiatives.
Serious Gaming and the Energy Transition

Serious Gaming and the Energy Transition

Collaborative knowledge generation and interactive understanding of complex interrelationships
Janine Gondolf ORCID Icon, Gert Mehlmann, Jörn Hartung, Bernd Schweinshaut, Anne Bauer
Conveying the complexity and multifaceted nature of the energy transition to a broad audience is a challenge. This article demonstrates how interactive serious games on a multitouch table can help make connections tangible and comprehensible. The games and the table were used in various conversational contexts. These are presented here in three case vignettes based on participant observation of the different applications, as well as situated and shared reflection. The vignettes demonstrate how interaction can trigger epistemic processes, enable shifts in perspective, and foster collective thinking, all of which are necessary for shaping the future of society as a whole.
Industry 4.0 Science | Volume 42 | 2026 | Edition 2 | Pages 62-69
Experiencing Digital Twins in Production and Logistics

Experiencing Digital Twins in Production and Logistics

The fischertechnik® Learning Factory 4.0 as a development platform for possible expansion stages
Deike Gliem ORCID Icon, Sigrid Wenzel ORCID Icon, Jan Schickram, Tareq Albeesh
The fischertechnik® Learning Factory 4.0 has proven to be a suitable experimental environment for testing digital twins. Depending on the targeted maturity stage, the functions of a digital twin range from status monitoring and forecasting to the operational control of production and logistics systems. To systematically classify these functions, this article presents a maturity model that serves as a framework for the development of a digital twin. Building on this, selected use cases are implemented in a test and development environment based on a system architecture with multi-layered logic structure. These initial implementations serve to highlight application purposes, relevant methods, and typical challenges and potentials in the transfer to real factory environments.
Industry 4.0 Science | Volume 42 | Edition 2 | Pages 30-37 | DOI 10.30844/I4SE.26.2.30
Collaborative Robots in Production Environments

Collaborative Robots in Production Environments

Employee qualification and acceptance for human-machine interaction
Tobias Wienzek, Mathias Cuypers ORCID Icon
The introduction of new technologies poses a major challenge, especially for small and medium-sized enterprises (SMEs). At the same time, SMEs must rise to this challenge in order to keep pace technologically and economically. Employee acceptance is an important factor in ensuring that both the introduction and the long-term use of a technology are successful. At the same time, the introduction process also has a central influence on acceptance in the long term. This article uses the implementation of collaborative robotics as an example for examining such an introduction process, identifying the key factors that influence employee acceptance and the important role played by advanced employee training. It serves to highlight how the introduction process and employee training are seamlessly interlinked.
Industry 4.0 Science | Volume 42 | 2026 | Edition 2 | Pages 14-21 | DOI 10.30844/I4SE.26.2.14
XAI for Predicting and Nudging Worker Decision-Making

XAI for Predicting and Nudging Worker Decision-Making

Feasibility and perceived ethical issues
Jan-Phillip Herrmann ORCID Icon, Catharina Baier, Sven Tackenberg ORCID Icon, Verena Nitsch ORCID Icon
Explainable artificial intelligence (XAI)-based nudging, while ethically complex, may offer a favorable alternative to rigid, algorithmically generated schedules that simultaneously respects worker autonomy and improves overall scheduling performance on the shop floor. This paper presents a controlled laboratory study demonstrating the successful nudging of 28 industrial engineering students in a job shop simulation. The study shows that the observed concordance between students’ sequencing decisions and a predefined target sequence increases by 9% through nudging. This is done by using XAI to analyze students’ preferences and adjusting task deadlines and priorities in the simulation. The paper discusses the ethical issues of nudging, including potential manipulation, illusory autonomy, and reducing people to numbers. To mitigate these issues, it offers recommendations for implementing the XAI-based nudging approach in practice and highlights its strengths relative to rigid, ...
Industry 4.0 Science | Volume 42 | 2026 | Edition 1 | Pages 70-78
Applied AI for Human-Centric Assembly Workplace Design

Applied AI for Human-Centric Assembly Workplace Design

An ethics-informed approach
Tadele Belay Tuli ORCID Icon, Michael Jonek ORCID Icon, Sascha Niethammer, Henning Vogler, Martin Manns ORCID Icon
Artificial intelligence (AI) can enhance smart assembly by predicting human motion and adapting workplace design. Using probabilistic models such as Gaussian Mixture Models (GMMs), AI systems anticipate operator actions to improve coordination with robots. However, these predictive systems raise ethical concerns related to safety, fairness, and privacy under the EU AI Act, which classifies them as high-risk. This paper presents a conceptual method integrating probabilistic motion modeling with ethical evaluation via Z-Inspection®. An industrial case study using the Smart Work Assistant (SWA) demonstrates how multimodal sensing (motion, gaze) and interpretable models enable anticipatory assistance. The approach moves from ethics evaluation to ethics-informed work design, yielding transferable principles and a configurable assessment matrix that supports compliance-by-design in collaborative assembly.
Industry 4.0 Science | Volume 42 | 2026 | Edition 1 | Pages 60-68 | DOI 10.30844/I4SE.26.1.58