Open-Access-Beiträge

Industrieplattformen zur Untersuchung von Entscheidungsdynamiken

Industrieplattformen zur Untersuchung von Entscheidungsdynamiken

Ein agentenbasierter Modellierungsansatz
Jasmijn Stoffels, Norbert Gronau ORCID Icon
Industrieplattformen treiben einen grundlegenden Wandel in der Organisation und Form der Wertschöpfung an. Dabei stellen sie nicht nur eine Vermittlungsinstanz zwischen Maschinenhersteller, Zulieferer und Dienstleister dar, sondern fördern datenbasierte Entscheidungsunterstützung in der Produktion als auch Innovation in der Angebotsentwicklung. Es entstehen damit neue Arten der Kooperation und der Wertegenerierung durch die Vernetzung im Ökosystem.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 30-40 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.4
Vom Privatrecht zum privaten Recht

Vom Privatrecht zum privaten Recht

Regelsetzung durch industrielle Online-Plattformen
Pia C. Romeike, Frederik Bär
Industrielle Online-Plattformen bieten innovative Wege einer effizienten Wertschöpfung und bringen damit das Erfolgsrezept der digitalisierten Wirtschaft mit. Rechtlich erfasst sind sie bislang allerdings kaum. Was sind industrielle Online-Plattformen überhaupt und welche rechtlichen Aspekte sind zu beachten? Es wird festzustellen sein, dass die auf Plattformen zugeschnittenen Regelwerke für industrielle Online-Plattformen nur bedingt greifen und diese vielmehr ihr eigenes Recht setzen. Sie nutzen vorrangig ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen, um rechtliche Strukturen zu schaffen. Daher stellt sich einerseits die Frage, ob sich die Regelungen des europäischen Gesetzgebers auf die uns bekannte AGB-Kontrolle auswirken und andererseits, ob Verhandlungsungleichgewichte zu unerwünschten Machtverhältnissen führen.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 98-105 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.11
Förderung digitalen Vertrauens im grünen Wasserstoffmarkt

Förderung digitalen Vertrauens im grünen Wasserstoffmarkt

Vertrauensbildende Informationssysteme und Mechanismen
Johanna Voß, Jens Pöppelbuß ORCID Icon
Der Aufbau einer globalen Wasserstoffwirtschaft erfordert mehr als technologische Innovationen und finanzielle Investitionen – er erfordert vor allem Vertrauen zwischen den beteiligten Akteuren. Da Informationssysteme (IS) zunehmend die Zusammenarbeit zwischen zuvor unbekannten und geografisch verteilten Akteuren vermitteln, gewinnt die Frage, wie Vertrauen gezielt aufgebaut und aufrechterhalten werden kann, erheblich an Bedeutung. Die vorliegende Studie zeigt systematisch auf, wie unterschiedliche Arten von IS verschiedene Formen von Vertrauen fördern und durch welche digitalen Vertrauensmechanismen dies geschieht. Darüber hinaus verdeutlicht sie, wie diese Mechanismen genutzt werden können, um vertrauensbasierte Zusammenarbeit und Koordination in entstehenden Wertschöpfungsketten für grünen Wasserstoff zu unterstützen.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 82-90 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.9
Der europäische Traum vom Binnenmarkt für Daten

Der europäische Traum vom Binnenmarkt für Daten

Gemeinsame europäische Datenräume zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Nils Wiedemann ORCID Icon
Die Europäische Union will einen Binnenmarkt für Daten schaffen – doch Unternehmen zögern beim Teilen ihrer Daten. Können gemeinsame europäische Datenräume dieses Spannungsfeld auflösen? Der Beitrag zeigt am Beispiel des Gesundheitsdatenraums (EHDS), wie rechtliche Hürden überwunden werden sollen, wo Grenzen liegen und ob das Konzept auch in anderen Sektoren tragfähig ist.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 14-20 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.2
Plattformadoption als Dynamic Capability

Plattformadoption als Dynamic Capability

Wie KMU Adoptionsbarrieren bei B2B-Kollaborationsplattformen überwinden
Nikolai Schäfer ORCID Icon, Marcel Hülsbeck ORCID Icon
Warum meiden viele KMU digitale B2B-Kollaborationsplattformen, obwohl sie als Schlüsseltechnologien der Industrie 4.0 gelten? Trotz ihres Potenzials, den Zugang zu Innovationsökosystemen zu erleichtern und strukturelle Ressourcennachteile auszugleichen, bleibt die Plattformadoption in der Praxis verhalten. Der Dynamic-Capabilities-Ansatz zeigt, dass Adoptionshemmnisse weniger technischer Natur sind als vielmehr in Wahrnehmungs-, Entscheidungs- und Transformationsprozessen liegen.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 42-48 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.5
Typisierung digitaler Plattformen im Supply Chain Management

Typisierung digitaler Plattformen im Supply Chain Management

Überprüfung vorhandener Typisierungsansätze aus der Perspektive der Circular Economy
Sophia Botsch ORCID Icon, Eva Mante ORCID Icon, Marcel Papert ORCID Icon, Alexander Pflaum ORCID Icon
Die Beurteilung der Wirkung digitaler industrieller Plattformen auf Dynamik und Resilienz von Versorgungsketten erfordert eine klare Typisierung solcher Plattformen. Der vorliegende Beitrag prüft, inwieweit ein aktueller Typisierungsvorschlag aus dem Bereich des Supply Chain Managements (SCM) im Zusammenhang mit digitalen Plattformen für die Umsetzung der Circular Economy (CE) weiterentwickelt werden muss. Die Autoren kommen zum Ergebnis, dass eine grundsätzliche Weiterentwicklung nicht erforderlich ist, da die betrachteten digitalen CE-Plattformen sich in die vorhandene Typisierungssystematik gut einordnen lassen. Neue Forschungsfragen ergeben sich allerdings bezüglich der Abgrenzung digitaler Service-Plattformen und digitaler datenorientierter Plattformen sowie der Verknüpfung von Circular Economy und Supply Chain Management, insbesondere im Zusammenhang mit den in der SCM-Praxis zunehmend etablierten Supply Chain Control Towers.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 62-70 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.7
Interoperabilität aus wettbewerblicher Perspektive

Interoperabilität aus wettbewerblicher Perspektive

Begriffsbestimmung, Potenziale und Herausforderungen
Tim Becker
Obwohl Nutzer heutzutage erwarten, dass Apps, Plattformen, und Geräte reibungslos zusammenspielen, herrscht interdisziplinär Uneinigkeit darüber, was Interoperabilität ist und ob Interoperabilität im Ergebnis erstrebenswert ist. Dieser Beitrag beantwortet diese Fragen aus wettbewerblicher Sicht.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 92-97 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.10
Entwicklung von Virtual Reality im Bildungsbereich

Entwicklung von Virtual Reality im Bildungsbereich

Effizienz, inhaltliche Relevanz und Skalierbarkeit
Stella Kanatouri ORCID Icon, Oliver Sosna ORCID Icon, Alexander Kulik, Sina C. Truckenbrodt ORCID Icon, Friederike Klan ORCID Icon, Christian Erfurth ORCID Icon
Während Virtual Reality das praxisorientierte Lernen erleichtern kann, steht ihre Entwicklung vor Hindernissen: hohe Kosten, hoher Zeitaufwand oder die Herausforderungen hinsichtlich ihrer Skalierbarkeit. Dieser Artikel stellt zwei Fallstudien vor, die Strategien zur Überwindung solcher Hindernisse bei der Ausbildung der nächsten Generation von Fachkräften im Bereich Umwelttechnologien veranschaulichen. Durch die Untersuchung von Ansätzen zur Rationalisierung der Entwicklung sowie zur Steigerung der Relevanz und Skalierbarkeit von Inhalten werden Erkenntnisse für die zukünftige Praxis gewonnen. Abschließend wird eine Zukunftsvision entworfen, in der Bildungseinrichtungen flexibel und kosteneffizient Virtual-Reality-Prototypen in Lernkontexten entwickeln können, um die Übereinstimmung mit den Lehrplanzielen und den Bedürfnissen der Lernenden sicherzustellen.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 3 | Seite 26-34 | DOI 10.30844/I4SD.26.3.3
Immersive Digitale Zwillinge des Menschen in Industrie 4.0

Immersive Digitale Zwillinge des Menschen in Industrie 4.0

Integration physischer und kognitiver Zustände für die adaptive Produktion
Tajbeed A. Chowdhury ORCID Icon, Martina Lehser ORCID Icon, Eric Wagner ORCID Icon, Paul Motzki ORCID Icon
Der rasante Fortschritt immersiver Technologien eröffnet neue Möglichkeiten für die Mensch-Maschine-Interaktion in der Industrie. Dieser Beitrag stellt eine immersive Plattform für menschliche Digitale Zwillinge vor, die physische und kognitive Zustände in einem integrierten Modell vereint. Durch die Kombination multimodaler Sensorik, menschlicher Biomechanik, Künstlicher Intelligenz und Simulation verbessert das System Sicherheit, Ergonomie und Produktivität in der menschenzentrierten Produktion. Der Beitrag argumentiert, warum menschliche Digitale Zwillinge zu einem zentralen Baustein adaptiver Produktionssysteme werden könnten, diskutiert bestehende Grenzen der Modellierung des Menschen und skizziert industrielle Anwendungspotenziale in den Bereichen Sicherheit, Nachhaltigkeit, Ergonomie und Produktivität.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 3 | Seite 6-13 | DOI 10.30844/I4SD.26.3.1
Industrielle Anwendung immersiver Technologien

Industrielle Anwendung immersiver Technologien

XR-Lösungen für Schulung, Einweisung, Konstruktionsprüfung und Montageplanung
Andreas Straube ORCID Icon, Faikar Zakky Haidar ORCID Icon, Matheus Lenzi dos Santos ORCID Icon, Kussai AI Jairoud ORCID Icon, Eduardo Koscianski ORCID Icon
In den letzten Jahren haben die sinkenden Kosten und die verbesserte Benutzerfreundlichkeit von immersiver Hardware und Software Extended Reality (XR) für industrielle Anwendungen zunehmend attraktiv gemacht. Standalone-Systeme mit Inside-Out-Tracking und kamerabasiertem Pass-Through ermöglichen zugängliche Mixed-Reality-Lösungen (MR). Gleichzeitig ermöglichen neue No-Code-Softwareplattformen Ingenieuren die Erstellung von XR-Umgebungen ohne Programmierkenntnisse, was die Verbreitung in Produktionsumgebungen fördert. Dieser Beitrag untersucht wichtige industrielle Anwendungsbereiche immersiver Technologien anhand ausgewählter, kommerziell verfügbarer XR-Softwarelösungen für Produkt- und Prozessschulungen, räumliche Anleitungen und Leitfäden, kollaborative Konstruktionsprüfungen sowie Montage- und Produktionsplanung.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 3 | Seite 38-47 | DOI 10.30844/I4SD.26.3.4
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