Open-Access-Beiträge

Kooperationsroutinen in digitalen Ökosystemen

Kooperationsroutinen in digitalen Ökosystemen

Eine Mikrofundierung integrativer dynamischer Fähigkeiten
Christian Zabel ORCID Icon, Tahir Schmidt ORCID Icon
Komplementoren spielen eine zentrale Rolle bei der Wertschöpfung in digitalen Ökosystemen, verfügen jedoch nur über begrenzten Einfluss und müssen sich durch dynamische Fähigkeiten anpassen. Aufbauend auf dem „Profiting From Innovation“-Rahmenwerk untersucht diese Studie, wie sich integrative Fähigkeiten bei Komplementoren durch kooperative Routinen manifestieren. Auf Basis einer systematischen Literaturrecherche von in Scopus indexierten Studien aus den Jahren 2020 bis Mitte 2025, die die Mikrofundierung „Orchestrierung von Ökosystemakteuren“ untersuchen, identifizieren wir zwei Routinecluster. Zum einen kooperieren Komplementoren untereinander durch die Auswahl geeigneter Partner, Koalitionsbildung, Ressourcenteilung und Risikoverteilung, während sie gleichzeitig kritische Ressourcen schützen. Zum anderen kooperieren sie mit Plattformbetreibern durch Interaktion über verschiedene Kanäle, Qualitätssignalisierung, Einhaltung von Governance-Vorgaben, Integration ...
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 22-28 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.3
Datengestützte Lieferantenauswahl in der Industrie 4.0

Datengestützte Lieferantenauswahl in der Industrie 4.0

Auf dem Weg zu einer industriellen Plattform für Auswahl und Konfiguration
Purushothaman Ganesh ORCID Icon, Baris E. Albayrak ORCID Icon, Jörg Franke ORCID Icon, Till Sindel ORCID Icon, Jens Fürst, Sebastian Lang ORCID Icon
Industrielle Lieferketten müssen ihre Beschaffungsstrategien als Reaktion auf Störungen immer wieder neu ausrichten, doch Informationen über die Leistungsfähigkeit von Lieferanten sind nach wie vor uneinheitlich und lassen sich nur schwer operativ umsetzen. Bisherige Forschungsarbeiten behandeln Lieferantenauswahl, Simulation und Interoperabilitätsstandards getrennt voneinander und betrachten die Erfassung, Bewertung und Optimierung als voneinander getrennte Schritte, die eine manuelle Datentransformation erfordern. Dieser Beitrag stellt ein Rahmenkonzept für eine datengesteuerte industrielle Plattform vor, die drei Komponenten integriert: Lieferantenprofile auf Basis der Asset Administration Shell, strukturiert durch eine Actor-Service-Ontologie zur semantischen Identifikation von Lieferanten, automatische Generierung von Simulationsmodellen für diskrete Ereignisse (Discrete-Event Simulation) aus Layoutdaten zur Leistungsbewertung sowie KPI-gesteuerte Konfiguration mithilfe von ...
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 50-61 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.6
Technische Garantien statt Vertrauen

Technische Garantien statt Vertrauen

Technologien zum Schutz der Privatsphäre in industriellen Wertschöpfungsnetzwerken
Hajeong Jeon ORCID Icon, Johannes Lohmöller ORCID Icon, Klaus Wehrle ORCID Icon, Jan Pennekamp ORCID Icon
Langfristige Beziehungen reichen heute nicht mehr aus, um Vertrauen in digitalisierten und dynamischen industriellen Netzwerken zu gewährleisten, in denen der Austausch sensibler Daten weit verbreitet ist. Organisatorische Vertrauensmechanismen wie Verträge sind zwar nach wie vor von Bedeutung, lassen sich jedoch innerhalb sich weiterentwickelnder digitaler Plattformen oft nur langsam und unter Schwierigkeiten skalieren. Dieser Artikel schlägt daher Technologien zur Stärkung des Datenschutzes als Grundlage vor, um neben organisatorischen Vertrauensmechanismen technische und überprüfbare Garantien zu verankern. Auf diese Weise lässt sich eine sichere industrielle Zusammenarbeit ohne fortbestehende Datensilos erreichen.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 72-80 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.8
Open Source als Wegbereiter für intelligente Datenökosysteme

Open Source als Wegbereiter für intelligente Datenökosysteme

Wie Zusammenarbeit Souveränität prägt und Interoperabilität in industriellen Anwendungen
Anna Maria Schleimer ORCID Icon, Julia Pampus ORCID Icon
Von Lieferketten in der Automobilindustrie bis hin zu intelligenten Fabriken – Datenökosysteme versprechen eine nahtlose Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg. Doch wie können Branchen die erforderliche Infrastruktur aufbauen, ohne neue Abhängigkeiten zu schaffen? Dieser Artikel untersucht, wie Open-Source-Software als Grundlage und wirkungsvolles Instrument für souveräne, interoperable Technologien und Standards dienen kann. Allerdings ist Open-Source-Software kein Allheilmittel; vielmehr stellt sie die digitale Souveränität in aufstrebenden Datenökosystemen vor Herausforderungen.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 6-13 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.1
Industrieplattformen zur Untersuchung von Entscheidungsdynamiken

Industrieplattformen zur Untersuchung von Entscheidungsdynamiken

Ein agentenbasierter Modellierungsansatz
Jasmijn Stoffels, Norbert Gronau ORCID Icon
Industrieplattformen treiben einen grundlegenden Wandel in der Organisation und Form der Wertschöpfung an. Dabei stellen sie nicht nur eine Vermittlungsinstanz zwischen Maschinenhersteller, Zulieferer und Dienstleister dar, sondern fördern datenbasierte Entscheidungsunterstützung in der Produktion als auch Innovation in der Angebotsentwicklung. Es entstehen damit neue Arten der Kooperation und der Wertegenerierung durch die Vernetzung im Ökosystem.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 30-40 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.4
Vom Privatrecht zum privaten Recht

Vom Privatrecht zum privaten Recht

Regelsetzung durch industrielle Online-Plattformen
Pia C. Romeike, Frederik Bär
Industrielle Online-Plattformen bieten innovative Wege einer effizienten Wertschöpfung und bringen damit das Erfolgsrezept der digitalisierten Wirtschaft mit. Rechtlich erfasst sind sie bislang allerdings kaum. Was sind industrielle Online-Plattformen überhaupt und welche rechtlichen Aspekte sind zu beachten? Es wird festzustellen sein, dass die auf Plattformen zugeschnittenen Regelwerke für industrielle Online-Plattformen nur bedingt greifen und diese vielmehr ihr eigenes Recht setzen. Sie nutzen vorrangig ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen, um rechtliche Strukturen zu schaffen. Daher stellt sich einerseits die Frage, ob sich die Regelungen des europäischen Gesetzgebers auf die uns bekannte AGB-Kontrolle auswirken und andererseits, ob Verhandlungsungleichgewichte zu unerwünschten Machtverhältnissen führen.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 98-105 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.11
Förderung digitalen Vertrauens im grünen Wasserstoffmarkt

Förderung digitalen Vertrauens im grünen Wasserstoffmarkt

Vertrauensbildende Informationssysteme und Mechanismen
Johanna Voß, Jens Pöppelbuß ORCID Icon
Der Aufbau einer globalen Wasserstoffwirtschaft erfordert mehr als technologische Innovationen und finanzielle Investitionen – er erfordert vor allem Vertrauen zwischen den beteiligten Akteuren. Da Informationssysteme (IS) zunehmend die Zusammenarbeit zwischen zuvor unbekannten und geografisch verteilten Akteuren vermitteln, gewinnt die Frage, wie Vertrauen gezielt aufgebaut und aufrechterhalten werden kann, erheblich an Bedeutung. Die vorliegende Studie zeigt systematisch auf, wie unterschiedliche Arten von IS verschiedene Formen von Vertrauen fördern und durch welche digitalen Vertrauensmechanismen dies geschieht. Darüber hinaus verdeutlicht sie, wie diese Mechanismen genutzt werden können, um vertrauensbasierte Zusammenarbeit und Koordination in entstehenden Wertschöpfungsketten für grünen Wasserstoff zu unterstützen.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 82-90 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.9
Der europäische Traum vom Binnenmarkt für Daten

Der europäische Traum vom Binnenmarkt für Daten

Gemeinsame europäische Datenräume zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Nils Wiedemann ORCID Icon
Die Europäische Union will einen Binnenmarkt für Daten schaffen – doch Unternehmen zögern beim Teilen ihrer Daten. Können gemeinsame europäische Datenräume dieses Spannungsfeld auflösen? Der Beitrag zeigt am Beispiel des Gesundheitsdatenraums (EHDS), wie rechtliche Hürden überwunden werden sollen, wo Grenzen liegen und ob das Konzept auch in anderen Sektoren tragfähig ist.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 14-20 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.2
Plattformadoption als Dynamic Capability

Plattformadoption als Dynamic Capability

Wie KMU Adoptionsbarrieren bei B2B-Kollaborationsplattformen überwinden
Nikolai Schäfer ORCID Icon, Marcel Hülsbeck ORCID Icon
Warum meiden viele KMU digitale B2B-Kollaborationsplattformen, obwohl sie als Schlüsseltechnologien der Industrie 4.0 gelten? Trotz ihres Potenzials, den Zugang zu Innovationsökosystemen zu erleichtern und strukturelle Ressourcennachteile auszugleichen, bleibt die Plattformadoption in der Praxis verhalten. Der Dynamic-Capabilities-Ansatz zeigt, dass Adoptionshemmnisse weniger technischer Natur sind als vielmehr in Wahrnehmungs-, Entscheidungs- und Transformationsprozessen liegen.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 42-48 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.5
Typisierung digitaler Plattformen im Supply Chain Management

Typisierung digitaler Plattformen im Supply Chain Management

Überprüfung vorhandener Typisierungsansätze aus der Perspektive der Circular Economy
Sophia Botsch ORCID Icon, Eva Mante ORCID Icon, Marcel Papert ORCID Icon, Alexander Pflaum ORCID Icon
Die Beurteilung der Wirkung digitaler industrieller Plattformen auf Dynamik und Resilienz von Versorgungsketten erfordert eine klare Typisierung solcher Plattformen. Der vorliegende Beitrag prüft, inwieweit ein aktueller Typisierungsvorschlag aus dem Bereich des Supply Chain Managements (SCM) im Zusammenhang mit digitalen Plattformen für die Umsetzung der Circular Economy (CE) weiterentwickelt werden muss. Die Autoren kommen zum Ergebnis, dass eine grundsätzliche Weiterentwicklung nicht erforderlich ist, da die betrachteten digitalen CE-Plattformen sich in die vorhandene Typisierungssystematik gut einordnen lassen. Neue Forschungsfragen ergeben sich allerdings bezüglich der Abgrenzung digitaler Service-Plattformen und digitaler datenorientierter Plattformen sowie der Verknüpfung von Circular Economy und Supply Chain Management, insbesondere im Zusammenhang mit den in der SCM-Praxis zunehmend etablierten Supply Chain Control Towers.
Industry 4.0 Science | 42. Jahrgang | 2026 | Ausgabe 4 | Seite 62-70 | DOI 10.30844/I4SD.26.4.7
1 2 26