Nach der Unabhängigkeit trat eine Nehru dominierte Congress-Regierung in einen Prozess der staatskontrollierten nachholenden Entwicklung ein. Diese über drei Jahrzehnte aufrecht erhaltene Entwicklungspolitik resultierte zwangsläufig in einer Vernachlässigung des Agrarsektors und der Bauernkasten, die in Indien mehr als zwei Drittel der Bevölkerung konstituieren. Diese Versuche nachholender Entwicklung resultierten in der sprichwörtlichen Hindu-Wachstumsrate von rund drei Prozent. Des Weiteren wurde diese Form der „autozentrierten Entwicklung“ durch ein Austauschabkommen mit der Sowjetunion gestützt: Um seine Staatskontrolle und die einheimischen Unternehmer vor der Weltmarktkonkurrenz zu schützen, hatte Indien seit der Unabhängigkeit die höchsten Zollmauern in Asien errichtet. Für seine Industrialisierungs- und Rüstungsprogramme blieb aber Congress-Indien auf mächtige ausländische Allianz- und Handelspartner angewiesen. Indira Gandhi kippt schließlich zu Beginn der ...