Zum Reinigen von Werkstückoberflächen wird häufig das Reinigungsstrahlen angewendet. Dabei wird ein Strahlmittel (Flüssigkeit, Sand, Glasperlen, Guss- oder Korund-Partikel) durch einen, mit hoher Geschwindigkeit austretenden Luftstrom beschleunigt. Aus Sicherheitsgründen wird das Strahlen daher in geschlossenen Kammern oder Kabinen durchgeführt. Strahlmittel und vom Werkstück abgetragenes Material füllen jedoch schnell die Luft in der Kammer, sodass die Sicht – und damit eine Beurteilung des Strahlergebnisses – erheblich erschwert wird. In begehbaren Kabinen muss zudem mit Vollschutzanzügen gearbeitet werden, sodass eine Gesundheitsüberwachung des Mitarbeitenden erfolgen muss. In diesem Beitrag werden, am Beispiel der Dekontamination beim Kernkraftwerkrückbau, die Entwicklung und der Test einer Kamera beschrieben, mit deren Hilfe eine optische Begutachtung des Strahlprozesses unter schwierigsten Umgebungsbedingungen, wie sie beim Strahlprozess herrschen, verbessert wird. Dazu wird die Kamera so mit Druckluft umströmt, dass der Sichtbereich der Kamera von Partikeln und Aerosolen freigehalten wird. Hierfür wird das Kameragehäuse mithilfe von strömungstechnischen Simulationen optimiert und anschließend ein Prototyp additiv gefertigt und in einer Sandstrahlkammer getestet.
Kernkraftwerke unterliegen wie alle Industriebauten einer begrenzten Nutzungsdauer. Der Rückbau von Kernkraftwerken zeichnet sich jedoch durch besondere Anforderungen, insbesondere im Umgang mit radioaktiv kontaminierten Bauelementen aus [1]. Die Entsorgung dieser Abfallstoffe ist kostenintensiv und aufgrund begrenzter Kapazität der Lagerstätten soweit wie möglich zu minimieren. Die Reduktion des endzulagernden Volumens und zur Ressourcenschonung, bzw. dem Werkstoffrecycling, erfolgt zunächst durch Dekontamination der verwendeten Materialien. Zentraler Schritt dabei ist die Strahlverfahrenstechnik, insbesondere das Druckluft- und Druckflüssigkeits-Reinigungsstrahlen nach DIN 8592 [2]. Dabei wirken Strahlmittel wie Wasser, Sand, Glasperlen, Guss- oder Korund-Partikel, die durch einen, mit …
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